Finanzierung und Liquidität
Liquiditätsplanung: Wie Unternehmen ihre Zahlungsfähigkeit steuern
Eine Liquiditätsplanung zeigt, welche Einzahlungen und Auszahlungen zu erwarten sind. Sie hilft Unternehmen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen vorzubereiten.
6. November 2026
Eine Liquiditätsplanung zeigt, ob ein Unternehmen voraussichtlich über genügend Zahlungsmittel verfügt, um seine Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen.
Sie beginnt mit den vorhandenen Zahlungsmitteln, beispielsweise den verfügbaren Bankguthaben. Anschließend werden erwartete Einzahlungen und Auszahlungen für einen bestimmten Zeitraum gegenübergestellt.
Zu den Einzahlungen können Kundenzahlungen, Darlehen oder Erlöse aus dem Verkauf von Vermögenswerten gehören. Typische Auszahlungen sind Löhne, Mieten, Lieferantenrechnungen, Steuern und Kreditraten.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Eine offene Kundenforderung verbessert die Liquidität erst, wenn die Zahlung tatsächlich eingeht. Ebenso ist eine in Aussicht gestellte Finanzierung nicht mit Geld gleichzusetzen, das bereits verbindlich und rechtzeitig verfügbar ist.
In einer angespannten Situation kann es sinnvoll sein, die Zahlungsströme wöchentlich zu planen. Für die längerfristige Steuerung wird diese kurzfristige Übersicht durch eine Planung für weitere Monate ergänzt.
Eine gute Planung berücksichtigt unterschiedliche Szenarien. Was passiert, wenn ein Kunde verspätet zahlt? Welche Folgen hat ein Umsatzrückgang? Und wie verändert sich die Lage, wenn eine Finanzierung nicht zustande kommt?
Die Liquiditätsplanung sollte regelmäßig mit den tatsächlichen Zahlungseingängen und Ausgaben abgeglichen und aktualisiert werden. So können Abweichungen schneller erkannt werden.
Sie ist eine wichtige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen. Ob ein Insolvenzgrund vorliegt, muss jedoch anhand der rechtlichen Anforderungen und der konkreten Umstände gesondert geprüft werden.
