Forderungen und Distressed Debt
Distressed Debt: Was sind notleidende Forderungen?
Distressed Debt bezeichnet wirtschaftlich belastete oder ausfallgefährdete Forderungen. Ihre Bewertung hängt von Zahlungsfähigkeit, Sicherheiten und weiteren Faktoren ab.
6. November 2026
Distressed Debt ist ein englischer Begriff für wirtschaftlich belastete oder ausfallgefährdete Forderungen.
Eine Forderung entsteht, wenn ein Gläubiger von einem Schuldner eine Leistung verlangen kann, beispielsweise die Rückzahlung eines Darlehens oder die Bezahlung einer Rechnung. Gerät der Schuldner in wirtschaftliche Schwierigkeiten, kann fraglich werden, ob und wann die Forderung vollständig erfüllt wird.
Für den Gläubiger stellt sich dann nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine wirtschaftliche Frage: Welchen Wert hat die Forderung unter den gegebenen Umständen tatsächlich?
Der Nennbetrag entspricht nicht automatisch dem wirtschaftlichen Wert. Bei der Bewertung können die finanzielle Lage des Schuldners, bestehende Sicherheiten, mögliche Verwertungserlöse und die voraussichtliche Dauer einer Durchsetzung eine Rolle spielen. Auch Kosten und Unsicherheiten müssen berücksichtigt werden.
Ein Gläubiger kann unterschiedliche Handlungsoptionen prüfen. Dazu gehören Verhandlungen über eine angepasste Rückzahlung, wirtschaftliche Restrukturierungsmaßnahmen oder unter geeigneten Voraussetzungen ein Verkauf der Forderung.
Für einen Käufer wiederum ist entscheidend, welche Rechte tatsächlich übertragen werden, welche Risiken bestehen und welche wirtschaftlichen Szenarien realistisch sind.
Forderungskauf und die Durchsetzung fremder Ansprüche sind rechtlich unterschiedliche Tätigkeiten. Welche aufsichts- oder berufsrechtlichen Anforderungen im Einzelfall gelten, muss vor der Umsetzung geprüft werden.
